*) Gemäss einer französischen Studie haben wir im Home Office durchschnittlich 2.5 kg zugenommen – die Männer 2.7 kg und die Frauen 2.3 kg. Phuu, ich liege also noch unter dem Durchschnitt!

Als ich am 13. März Hals über Kopf zu Home Office «verdonnert» wurde, konnte ich mir nicht vorstellen, wie das werden würde. Allein zuhause arbeiten, wie wenn man im Büro wäre? Keine Kollegen, mit denen man hin und wieder auch ein privates Wort austauschen kann?

Aber ich habe mich schnell und wunderbar daran gewöhnt. War es doch herrlich ungestylt und in bequemen Jogginghosen und Hoodie zu arbeiten. Ab jetzt heisst es wieder jeden Morgen früher aufstehen, um minutenlang vor dem Schrank zu stehen und nicht zu wissen, was man anziehen soll. Dann Haare frisieren, schminken, die passende Tasche zum Outfit packen und ach – jetzt aber schnell, der Bus fährt sonst ohne mich ab…

Ein Aspekt des Home Office war, dass ich meine Arbeitsweise gründlich auf den Kopf stellen musste. Ich bin ein Papiertiger und auch wenn es nicht dem heutigen Nachhaltigkeitsgedanken entspricht, muss ich doch noch Papier auf dem Tisch haben, welches mich an die vielen Pendenzen erinnert. Ist das Papier vom Tisch, ist die Pendenz vom Tisch. Zuhause habe ich keinen Drucker mehr und musste mich somit neu organisieren, was nicht immer ganz einfach war. Aber mehrheitlich hat es geklappt. Und wer weiss, vielleicht kann ich ja in Zukunft ein klein wenig davon in den Büroalltag übernehmen und etwas «digitaler» werden.

Ausserdem hat das lange Home Office hat mich dazu gebracht, vermehrt mit mir selbst zu diskutieren :-). Das muss ich mir schleunigst wieder abtrainieren, sonst erklären mich meine Bürokollegen noch für verrückt. Das wird grundsätzlich wieder eine Umstellung. Ich bin jemand, die sich schnell und von allem ablenken zu lässt, was nicht besonders förderlich ist, wenn man das Büro mit seinen Kollegen aus dem Verkauf teilt. Gefühlt stundenlanges Lamentieren über den letzten FCB-Match, mit Kunden telefonieren oder mit Kollegen über anstehende oder laufende Projekte diskutieren… Ich habe selten so effizient gearbeitet wie in den letzten zwölf Wochen zuhause, wo mich nichts und niemand ablenken konnte.

Aber es wird tatsächlich auch wieder nett sein, den 10 Uhr-Kaffee nicht mehr alleine trinken zu müssen sondern sich zum einen oder anderen Kollegen in der Piazza setzen zu können.

Apropos Kollegen – ich möchte mich an dieser Stelle ganz herzlich bei all denjenigen bedanken, die meinem Aufruf gefolgt sind und ihre Erfahrungen, Gefühle und Gedanken im Home Office mit uns allen geteilt haben. Ihr wart super! Auch meinen beiden Kolleginnen Hélène und Roberta möchte ich ganz herzlich danken für die Stunden, die sie mit Übersetzen verbracht haben. Es war eine spannende Zeit, aber nun freue ich mich auf den Weg zurück in die Normalität.

Und Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, haben die SISA Home Stories hoffentlich Freude bereitet. Wir wünschen Ihnen alles Gute und einen schönen Sommer.

Autor: Jacqueline Birchler
Abteilung: Marketing
Datum: 05.06.2020

As time goes by... Der Ausblick aus meinem Home Office zu Beginn und am Ende...