Ich meldete mich also am Freitag, 3. März um 13.30 Uhr wie vereinbart an der Eingangspforte des Altersheim Senevita. Prompt wurde mir die Tür geöffnet und ich wurde mit Mundschutz und Handschuhen ausgerüstet. Nach kurzer Besprechung der Einkaufsliste, ging es also los in Richtung Einkaufscenter, um die benötigten Lebensmittel und Produkte des täglichen Bedarfs einzukaufen.

Von der Aktion machten 14 BewohnerInnen Gebrauch und so kam eine ordentliche Einkaufsliste von eineinhalb A4-Seiten zustande. Auf Grund der nicht sortierten Produkteliste, stellte sich der Einkauf als eine wirkliche Herausforderung dar. So war es mir vergönnt, dass ich gefühlte 98% des gesamten Sortiments kennenlernen durfte. Da waren natürlich auch Produkte dabei, die ich in meinem Leben noch nie gesehen habe!

Nach einer Stunde habe ich mich also bereits durch vier Regale gekämpft und habe das Gemüse und den Aufschnitt hinter mich gebracht. Der Ablauf sah wie folgt aus:

Bewohner A wollte zwei Tomaten, also los zwei Tomaten suchen, Einpacken, Wiegen, Etikette drauf und beschriften. Nächster Bewohner B eine Tomate. Dies dann ebenfalls mit weiteren Früchten wie Bananen, Trauben etc.

Weiter ging es zu den Milchprodukten. Auch in dieser Abteilung war von Joghurt Nature bis Kafferahm alles dabei, natürlich auch in verschiedenen Mengen!

Anscheinend wollte auch ein Bewohner einen Kuchen backen und so gelangte ich zu den Backwaren. Über «Feigen ohne Steine» bis hin zu den geschälten Mandeln und ganzen Haselnüssen war ebenfalls so einiges an Produkten vertreten. Gegen Ende der bereits zweistündigen Einkaufstour hatte ich noch Getränke wie 2 x 6 Liter Mineralwasser, Red Bull Summer Edition Melone und ein paar sonstige Kleinigkeiten zu besorgen.

Die spannendsten Regale aber standen mir noch bevor; nämlich die Toilettenartikel. Da die meisten Bewohner weiblich sind, waren da selbstverständlich auch so einige Hürden zu nehmen wie Nachtcrème, normale Tagescrème, Hautcrème, Slipeinlagen, Binden etc. etc. Es versteht sich wohl von selbst, dass ich da als männlicher Erdenbewohner so meine Schwierigkeiten hatte. Doch trotzdem ist es mir unter grossem Einsatz und Durchhaltewillen gelungen, die Artikel der Einkaufsliste zu 90% zu besorgen. Die fehlenden Produkte konnten unter Mithilfe des Küchenpersonals im Altersheim noch vervollständigt werden.

Nun musste ich nur noch mit dem voll bepackten Einkaufswagen ohne Schäden durch die Kasse und zum Fahrzeug in der Tiefgarage.

An der Kasse legte ich eine unglaubliche Performance beim Einpacken hin, damit die eingekauften Schokohasen nicht vom Ladentisch fielen und zerbrachen. Wer will schon einen zerbrochenen Schokohasen!

Ihr könnt euch sicherlich vorstellen, wie der Ladentisch beim Einräumen der Ware in unzählige Taschen ausgesehen hat. Selbstverständlich durften die Eier und Joghurts auch nicht beschädigt werden.

So näherte ich mich dem letzten Akt des Abenteuers – Rückfahrt und Aussortieren der Produkte auf die einzelnen BewohnerInnen. Hier hatte ich Mithilfe des Personals und so konnten wir die Aktion nach einer halben Stunde beenden.

Nun waren alle Einkäufe säuberlich sortiert in Senevita-Taschen bereit zur Auslieferung an die BewohnerInnen. Einige freuten sich sehr – andere waren dann mit dem Einkauf doch nicht ganz zufrieden. Die fünf Tafeln Schokolade zu CHF 1.35 hatten eben nicht die gewünschten 70% Kakaoanteil!!!

Anschliessend noch kurz die Abrechnung gemacht und um 17.45 Uhr war Arbeitsschluss.

Mit einem großartigen Gefühl im Bauch aber völlig fertig mit der Welt fuhr ich nach Hause.

Abschliessend will ich noch erwähnen, dass ich seit unserem Start im Home Office nicht mehr so gut und tief geschlafen hab wie in dieser Nacht!

Autor: Stefan Spörri
Abteilung: Verkauf
Datum: 16.04.2020

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